Es fing am Karfreitag vor Ostern alles sehr gut an. Die Anreise mit dem Flieger verlief gut und pünktlich. Als wir am Flughafen Charles de Gaulle den RER, eine Art S-Bahn, in die Pariser City nehmen wollten beganen die ersten Probleme. Es lag nicht an der französischen Sprache, sondern an den Fahrkartenautomaten, an denen wir lediglich 2 Tickets für die Innenstadt lösen wollten.
8 EUR sollte eine einfache Fahrt pro Person kosten. Damit liegt dieser Flughafen im europäischen Trend, was die Transferkosten betrifft. In München sind’s inzwischen sogar mehr als 8 EUR, um vom Flughafen zum Stachus chauffiert zu werden.
Paris und auch der Flughafen Charles de Gaulle sind keine sehr kleinen und unbekannten Orte, sodass es mich schon etwas wunderte, dass die Ticketautomaten ausschließlich in französischer Sprache zu bedienen waren. Gut, überhaupt kein Problem, denn ich spreche Französisch einigermaßen passabel, um damit umgehen zu können.
Am Automaten dann auch fix die Tasten gedrückt für die Innenstadt und für 2 Personen. Das war ja noch recht trivial. Dann kamen wir zur Bezahlung. Bargeld oder Plastikkarte? Wir entschieden uns zuerst für Bargeld und wollten dem Ticketmonster einen 20-EUR-Schein zu fressen geben, damit wir rasch die Billets entgegennehmen konnten. Wo kommt denn der Schein rein? Mal sehen,… moment noch,…. mist, dieser offensichtlich recht neue Automat nimmt ebensowenig wie seine 5 stählernden Nachbarn Geldscheine entgegen. Gibt’s doch gar nicht! So etwas kann doch heutzutage jeder kleine gepanzerte Ticketdiener, nur nicht diese Monster am Pariser Flughafen Charles de Gaulle.
Ok, wir kramten spontan in unseren Taschen…, aber 16 EUR in Münzen bekamen wir nicht zusammen. Wofür gibt’s schließlich 5- oder 10-EUR-Scheine? Bestimmt nicht dafür, dass ich mit einem Sack voll schwerer Münzen in der Hosentasche durch Europa reise.
Also gut, nachdem nun Bargeld ausschied und wir ohnehin nicht schnell genug auf den blauen Riesenkasten reagierten, begannen wir das ganze erneut einzugeben. Diesmal wählten wir die Plastikkarten. Welche hätten sie denn gerne? Auf dem Display erschienen zur Auswahl: Visa, MasterCard, Amex, Carte Bleu (CB) und das EC-Symbol. Wir hatten 3 von den 5 möglichen Karten dabei. Kaum steckte die Visa-Karte drin, wurde sie als ungültig zurückgewiesen. Gleiches passierte der MasterCard und auch der EC-Karte. Verflixt! Was nun? Wir probierten meine Karten aus. Das Ergebnis war identisch. Meine Karten wollte der Gigant aus Stahl auch nicht. Rüber zu einem anderen Automaten, vielleicht tillte dieser nur. Aber auch hier gab es nix zu machen.
Was nun?
Etwas genervt stellten wir uns in einer Schlange mit zahlreichen Leuten an, um ein Ticket am Schalter zu kaufen, da sämtliche Versuche am Ticketmonster gescheitert waren. Nach 10 min Schlange-stehen kam die Durchsage, dass der nächste RER mit mehr als einer halben Stunde Verspätung eintreffen würde.
Es wurde uns daher empfohlen den Bus in die Stadt zu nehmen. Etwas ungläubig folgten wir dem Rat und mussten dann kreuz und quer durch das Terminal 2 gehen, um nach einer endlosen Lauferei an der Bushaltestelle anzukommen. Pünktlichkeit wurde bei dem Busfahrer jedoch kleingeschrieben, sodass wir insgesamt nochmals 20 min warten mussten. Der Weg zurück zum Bahnhof, bzw. dem RER hätte sich nicht gelohnt, da er einfach zu weit gewesen wäre.
Abenteuerlich kann ich dazu nur sagen. Da ist selbst die Deutsche Bahn fortschrittlicher mit ihren Fahrkartenautomaten, die ausserdem noch in jedem kleinen Dorf Geldscheine nehmen und nicht nur in deutscher Sprache bedient werden können.
Die Fortsetzung folgt(e): Auf der Rückfahrt am Ostersonntag wurde es noch besser.